Zum Muttertag eine Portion gesunder Egoismus

Zum Muttertag eine Portion gesunder Egoismus

Am 12. Mai ehrt Deutschland die Mütter. Die Kehrseite der Medaille: Durch die Kindererziehung fehlen kostbare Rentenjahre. Ein Grund, warum Frauen spürbar weniger Rente bekommen als Männer und daher gezielt für ihr Alter vorsorgen müssen. Ein Beitrag von Dr. Gabriele Widmann, Deka-Volkswirtin und Expertin für Frauen und Finanzen.

 

Zum Muttertag eine Portion gesunder Egoismus

Das Schöne am Muttertag sind nicht nur die kleinen Aufmerksamkeiten, sondern vor allem, dass Frauen im Mittelpunkt stehen. Sich selbst in den Mittelpunkt stellen, das sollten Frauen viel öfter tun. Gerade auch, wenn es um die eigenen Finanzen geht. Warum also nicht den Muttertag zum Anlass nehmen, um sich Gedanken über die finanzielle Zukunft zu machen? Vielleicht geht der einen oder anderen Mutter an diesem Tag ohnehin der Gedanke durch den Kopf, dass etwas mehr gesunder Egoismus viel öfter angebracht wäre.

 

Selbst die Initiative ergreifen

Mit schöner Regelmäßigkeit werden neue Altersvorsorgekonzepte diskutiert: sei es die Grundrente oder die aktuell von Verbraucherschützern geforderte Extrarente. Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf, insbesondere für Frauen. Denn sie erhalten in Deutschland im Monat durchschnittlich 427 Euro weniger gesetzliche Rente als Männer. Kein Wunder, dass viele mit ihrer Altersabsicherung unzufrieden sind. Daran ändern lässt sich jedoch nur etwas, wenn Frauen selbst die Initiative ergreifen. Denn wer sich allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlässt, wird damit später in den seltensten Fällen auskommen. Bei Frauen kann es vor allem bedingt durch Kindererziehungszeiten, Teilzeit und geringere durchschnittliche Gehälter finanziell ziemlich eng werden. Dazu kommt eine längere Lebenserwartung. Eine zusätzliche private Altersvorsorge ist also in jedem Fall unabdingbar.

 

Je früher desto besser

Grundsätzlich gilt die Devise „je früher, desto besser“. Die gute Nachricht: Eine sinnvolle Geldanlage ist gar nicht so kompliziert, wenn drei Dinge beherzigt werden. Erstens: Nicht alles auf eine Karte setzen. Besser ist es, das angelegte Geld zum Beispiel mit breit aufgestellten Investmentfonds über viele Anlageklassen und Einzelanlagen zu streuen. Zweitens: Bei der Wahl der Geldanlage auf die Rendite achten. Chancenreich sind nicht zuletzt in der aktuellen Niedrigzinsphase Wertpapiere, vor allem Aktien. Natürlich unterliegen Investmentfonds kapitalmarktbedingten Wertschwankungen, die sich auch negativ auf die Anlage auswirken können. Wer aber Inflation und Steuern ausgleichen möchte, muss angesichts der wohl noch für lange Zeit niedrigen Zinsen für sichere Geldanlagen mehr Risiko wagen. Gerade für langfristiges Sparen ist das gut auszuhalten, weil auf längere Sicht die Schwankungen an Bedeutung verlieren. Drittens: Möglichst früh mit der Vorsorge beginnen. Dann kann der Zinseszinseffekt die stärkste Wirkung entfalten, und auch kleine, regelmäßige Anlagebeträge können zu einer stattlichen Summe anwachsen.

 

In die eigene Zukunft investieren

Wer monatlich einen festen Betrag in einen Fonds einzahlt, läuft auch nicht Gefahr, sein Geld just zum falschen Zeitpunkt angelegt zu haben. Am besten lässt man gleich am Monatsanfang den Sparbetrag abbuchen. So entgeht man der Versuchung, das Geld am Ende doch spontan für irgendetwas auszugeben, anstatt es in die eigene Zukunft zu investieren.

 

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