„Eis weg – Land unter“ – Informationsveranstaltung zum Thema Klimawandel

eingestellt von Sparkasse Holstein am 16. November 2018 | Kategorie: Allgemein

Nicht erst seit dem Rekordsommer 2018 rückt das Thema Klimawandel immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Aber welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unser Leben und die Wirtschaft vor Ort? Und was kann man tun, um die Konsequenzen noch abzumildern? Um Interessierte über dieses Thema zu informieren, haben wir gestern zu einer Vortragsveranstaltung auf Fehmarn eingeladen.

 

 

Grönland und Antarktis im Fokus

 

„Welche Inseln und Küstenregionen der Erde und auch hier in Ostholstein zukünftig noch bewohnbar sein werden, hängt vor allem davon ab, wie stark die Eismassen Grönlands und der Antarktis weiter abnehmen“, stellte Referent Dr. Ingo Sasgen zu Beginn seines Vortrags heraus. Sasgen ist Geophysiker und Klimaexperte am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Er arbeitet an der Satelliten Mission GRACE mit. Mit dieser messen Forscher, wie schnell sich die Eisschilde in Grönland und der Antarktis im Zuge des Klimawandels zurückziehen und den Meeresspiegel steigen lassen werden.

„Als Sparkasse Holstein fühlen wir uns Fehmarn und der Region besonders eng verbunden. Grönland und Antarktis – das klingt zwar erstmal weit weg, doch die Veränderungen dort werden auch hier vor Ort deutlich spürbar sein. Wir freuen uns, unseren Gästen im Rahmen der Veranstaltung wissenschaftliche Informationen aus erster Quelle zum Thema Klimawandel zu geben, die auf die Region zugeschnitten sind“, so Joachim Wallmeroth, stv. Vorstandsvorsitzender unserer Sparkasse.

 

 

Prognostizierter Meeresspiegelanstieg

 

„In Grönland fallen pro Jahr etwa 500 Milliarden Tonnen Schnee. Dieser blieb früher großflächig liegen, auch in den Randlagen. Dort verdichtete er sich, das Ergebnis waren Eispanzer“, verdeutlichte Sasgen im Rahmen der Veranstaltung. „Seit gut 20 Jahren aber verliert Grönland deutlich mehr Eis, als durch Schneefall hinzukommt. Zuletzt waren es rund 250 Milliarden Tonnen jährlich.“ Das sei beunruhigend, so der Experte weiter. Denn wenn das Eis in Grönland komplett abschmelze, stiege der Meeresspiegel weltweit um bis zu sieben Meter an.

Sasgen stellte zwar heraus, dass von einem Abschmelzen des gesamten Eisschildes nicht auszugehen sei. Gleichzeitig betonte er aber, dass der Meeresspiegel jedes Jahr etwas schneller steige und bisherige Prognosen von einem zu geringen Anstieg ausgehen. „Wie hoch der Anstieg in Zukunft tatsächlich ausfallen wird, hängt letztlich davon ab, wieviel Treibhausgas wir noch emittieren werden“, so der Experte. Klimaprojektionen sagen einen regionalen mittleren Meeresspiegelanstieg bis zum Jahr 2100 von 30 cm bis 80 cm als am wahrscheinlichsten voraus.

 

 

Im Einsatz für den Klimaschutz

 

„Der Vortrag von Dr. Sasgen hat die Dramatik des Klimawandels und die Auswirkungen auf die Region anschaulich verdeutlicht“, sagte Joachim Wallmeroth nach den Ausführungen. Und weiter: „Wir hoffen, dass man dem Klimawandel weltweit und natürlich auch hier vor Ort noch mehr Aufmerksamkeit schenkt und sich für den Schutz von Umwelt und Klima engagiert.“

Einen Schritt Richtung Klimaschutz haben Dr. Ingo Sasgen und wir dann auch direkt auf der Veranstaltung gemacht: Ein Honorar ablehnend, schlug der Klimaexperte vor, dass wir zugunsten des Klimaschutzes in der Region spenden. „Diesen Vorschlag greifen wir natürlich gerne auf“, so Joachim Wallmeroth. Zusammen überreichten unsere Sparkasse und der Referent daher eine Spende in Höhe von 1.000 Euro an das NABU Wasservogelreservat Wallnau, bevor der Abend bei Imbiss und Gesprächen ausklang.

 

 

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